Termine 2018

1
4. Mai 2018
Anmeldeschluss für teilnehmende Hochschulen
2
8. Juni 2018
Einreichung der Plakatentwürfe
3
10. - 14. Oktober 2018
Frankfurter Buchmesse

Ziel der Plakate: Den Ehrengast in Frankfurt zu begrüßen und das Lesepublikum auf die Buchmesse aufmerksam machen.

Format: A1, Hochformat
Gestalterische Vorgaben:
Einbindung der Logos von der Stadt Frankfurt, dem Ehrengast, der Frankfurter Buchmesse und dem Wettbewerb (anzufordern bei Pia zum Bansen, siehe Kontakt).

Druckspezifikationen Plakate:
Druckformat DIN A 1
Druck-PDFs mit Beschnittzugabe (umlaufend 5 mm)
Auflösung 300 dpi
CMYK-Modus
(Autorennennung wird nach Jury-Entscheid integriert, um die Unabhängigkeit der Jury zu garantieren)

Druckspezifikationen Postkarten:
Druck-PDFs, zweiseitig, mit Beschnittzugabe (umlaufend 3 mm)
Druckformat DIN A 6
Auflösung 300 dpi
CMYK-Modus
Rückseite und Text individuell gestaltet (mit Autorennennung, Logos und FSC-Logo)

Nutzungsrechte: Die Gestalter verpflichten sich mit der Teilnahme am Wettbewerb für den Fall, dass ihr Entwurf zum Siegermotiv ausgewählt wird, inhaltlich, räumlich und zeitlich unbeschränkt sämtliche Nutzungsrechte im In- und Ausland an die Frankfurter Buchmesse zu übertragen.

Interview 2018

Am 8. Juni ist die Einreichung für den diesjährigen Plakatwettbewerb. Wir freuen uns auf kreative visuelle Ideen zur Begrüßung unseres Ehrengasts Georgien.

Worum geht es genau und wie bereite ich mich am besten vor,  damit mein Plakatentwurf ein gelungener Willkommensgruß für das Gastland wird und die Jury begeistert?

Das Interview mit Simone Bühler, Leiterin des Ehrengastprogramms der Frankfurter Buchmesse, und dem Designer Michael Eibes bietet einen genaueren Einblick. Es geht unter anderem um die Hintergründe zum jährlichen Plakatwettbewerb, erfolgreiche Beispiele aus den Vorjahren und das Gastland Georgien mit dem Motto „Georgia – Made by Characters“ und seinen Kunst- und Design- Trends. Eine Hilfestellung vor der Abgabe des Plakatentwurfs ist außerdem die aufgeführte Checkliste.

Warum ein Plakatwettbewerb?

Simone Bühler: Die Frankfurter Buchmesse bringt jedes Jahr mit ihrem Ehrengastprogramm ein Festival mit mehreren hundert Veranstaltungen mit Schriftstellern, IllusAratoren, Comiczeichnern, einem Rahmenprogramm aus Musik, Kunst und Film, nicht nur auf die Buchmesse, sondern auch in die Stadt Frankfurt. Darauf bereiten sich die Gastländer mit der Frankfurter Buchmesse in der Regel rund drei Jahre vor.

Zum Gastlandauftritt auf der Frankfurter Buchmesse im Herbst reisen dann zahlreiche Autoren, Verleger, Übersetzer, Künstler und ein großes Organisationsteam aus dem Gastland an. Um die anreisenden Gäste zu begrüßen, gab es die Idee eines Willkommensplakats.

Seit 2006 heißt die Frankfurter Buchmesse mit dem Plakatwettbewerb ihren Ehrengast mit dieser besonderen Geste willkommen und fördert den Gestalternachwuchs. Der Wettbewerb startete mit der Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden, wurde dann ausgeweitet auf 4 Hochschulen in der Region und ist seit 2015 für Studierende von Designstudiengängen aus ganz Deutschland offen. Mehr als 20 Hochschulen beteiligen sich seitdem regelmäßig an dem Wettbewerb. Zwei Motive der drei Hauptgewinner werden in Frankfurt im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse im Oktober plakatiert, die 10 von der Jury gekürten Gewinnermotive werden nicht nur als Postkarten breitflächig verteilt und erfreuen sich großer Beliebtheit – sondern sie werden auch auf der Frankfurter Buchmesse selbst im Areal für Kunst und Design ausgestellt.

Wozu ein Willkommensplakat?

Simone Bühler: Einen kreativen und öffentlichkeitswirksamen Willkommensgruß für das Gastland zu entwickeln, das ist die Idee des Plakatwettbewerbs für junge Gestalter. Durch die Plakatierung im öffentlichen Raum sollen die Plakate zugleich das lokale Publikum auf das Buchmesse-Gastland aufmerksam machen und dazu motivieren, die Frankfurter Buchmesse zu besuchen.

Was zeichnet ein gutes Plakat im Plakatwettbewerb aus?

Michael Eibes: Die Kraft zu haben, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Schnell und eindeutig das Thema zu vermitteln. Das Plakat soll das Gastland der Buchmesse begrüßen und gleichzeitig den Menschen in Frankfurt etwas über die Kultur des jeweiligen Gastlands mitgeben. Wenn die Begegnung beider Kulturen durch ein Plakat gelingt, ohne sich Klischees zu bedienen, ist es ein gutes Plakat.

Es ist ein Medium, das großen Freiraum inhaltlich wie auch gestalterisch bietet. Das Schärfen einer Idee und damit, durch eine Reduktion, eine Aussage auf das Wesentliche zu bringen, ist eine große Aufgabe. Daran scheitern viele Plakate. Wenn die Umsetzungsidee auf konzeptioneller Ebene ausgereift ist, wird der Weg zu einer formalen Qualität kürzer.

Um das zu erreichen gilt es eine selbstkritische Betrachtungsweise für sich zu entwickeln.
Der Dialog mit einem guten Team sorgt für einen Ausgleich der Elfenbeinturm-Perspektive, denn ein direktes Feedback bildet eine Brücke zur zukünftigen Zielgruppe. Es ist wie ein kleines Labor um die Wirksamkeit zu testen.

 Was sind die Go’s und No Go’s für die Jury?

Michael Eibes: Die Idee und die formale Qualität basierend auf Wahrnehmungspsychologie, Kompositions- und Farbenlehre sowie Typografie werden in der Jury diskutiert und beurteilt.

Das Plakat ist ein Medium für den öffentlichen Raum. Auf einen Blick muss klar sein, um was es geht. Wenn es ein „Stopper“ ist, sind in der Regel die Kriterien für ein gutes Plakat erfüllt. Es geht immer darum Menschen zu erreichen, ihre Aufmerksamkeit auf ein Thema zu lenken. In unserem Fall ist es die Begegnung zweier Kulturen im Kontext der Buchmesse.

Welche Plakate waren in den letzten Jahren besonders erfolgreich?

Michael Eibes: Im letzten Jahr war das Plakat von Annika de Fries, ein herausragendes Beispiel für eine, der Aufgabenstellung und dem Medium entsprechende, inhaltliche und formale Qualität. Die Idee die kulturellen Gemeinsamkeiten, die Verbundenheit und Unterschiede von Gastland und Gastgeber über die unterschiedlichen Sprachen zu vermitteln ist brillant. Zumal die Wahl des Vergleichs – die Gemeinsamkeit und den Unterschied zugleich zeigt.

siehe: https://willkommen-ehrengast.de/2017-frankreich

Ein weiteres  Beispiel für diese Herangehensweise ist diese typografische Umsetzung. In der Überlagerung  der Aussage „Dies ist was wir teilen“ in zwei Sprachen entsteht durch die Unterschiedlichkeit eine Gemeinsamkeit und Nähe.

siehe: https://willkommen-ehrengast.de/2016-flandern-niederlande/

Was sollte man dieses Jahr unbedingt über den Ehrengast Georgien wissen?

Simone Bühler: „Georgia – Made by Characters“ – unter diesem Motto präsentiert Georgien, das Land am Kaukasus, seine Literatur und Kultur auf der Frankfurter Buchmesse und in der Stadt, mit über 50 Autoren, Kunstausstellungen, einem eigens für den Auftritt gestalteten Pavillon auf der Buchmesse und vielem mehr. Im Mittelpunkt der Präsentation und damit ‚Hauptfigur‘ in dem umfangreichen Programm ist das einzigartige georgische Alphabet mit seinen 33 „characters“, den kunstvoll geschwungenen Buchstaben, und den  zahlreichen Geschichten, die sich dahinter verbergen.

Neben den vielen Werken, die in dieser Schrift geschrieben und nun ins Deutsche übersetzt wurden,  gibt es für Buchmessebesucher auch ein spannendes Programm in den Bereichen Bildung, Kunst, Kinderbuch und Illustration zu entdecken und man kann sich auf kulinarische Leckerbissen und traditionsreichen Wein aus Georgien freuen.

Trailer Georgien 2018: https://www.youtube.com/watch?v=CnDMLh8yWfw

Der Ehrengast Georgien im Internet und den sozialen Medien

Weitere Links zur Inspiration

/ Grafikdesigner

Maya Sumbadze: http://mayasumbadze.tumblr.com/

Elene Akhvlediani: https://en.wikipedia.org/wiki/Elene_Akhvlediani ; http://imedi.fm/archives/44495

Bibi Sidamon-Eristavi: http://georgiatosee.com/2016/06/a-street-of-concepts-3/

/ Architekten

Adjara Arch: https://www.archgroupadjara.com/

Nata Janberidze; Keti Toloraia: http://www.anothertravelguide.com/destinations/europe/georgia/tbilisi/insiders_view/insiders_view/insider_nata_janberidze_and_keti_toloraia/

/ Modedesigner

Demna Gvasalia: https://fashionista.com/2018/01/vetements-fall-2018-collection

/ Fotografin

Louisa Chalatashvili: http://www.calvertjournal.com/features/show/9022/new-east-100-louisa-chalatashvili-georgia-photography

/ Design Hotels 

Rooms Hotel Tbilisi: https://roomshotels.com/tbilisi/

Rooms Hotel Kazbegi:
https://roomshotels.com/kazbegi/

Video on CNN:
https://edition.cnn.com/videos/business/2015/11/24/one-square-meter-tblisi-spc.cnn

/ Art Gallery: https://www.tgnili.com/

/ A Guide to the New East: www.calvertjournal.com

/ Design Shops

Chardin One Concept Store: https://www.instagram.com/chardinoneconceptstore/

/ Magazine

Tbilisi: https://www.firstliving.com/magazine/2017-ausgabe-2/Why-Tbilisi-is-so-cool

www.georgiatosee.com

www.georgien-aktuell.info

/ Museen

Georgian National Museum: http://museum.ge/?lang_id=ENGGEO&sec_id=1

Das Plakat

Analog. Plakativ. Nicht „responsive“.

In der Komplexität unserer Medien ist das Plakat eines der schönsten, aber auch eines der einsamsten Medien. Es spricht mit uns, wenn es gut ist. Bittet um unsere Aufmerksamkeit. Ja, es biedert sich auch manchmal an. Wir können seine Nachricht empfangen – aber nicht antworten.

Es gibt keine Möglichkeit einem Plakat direkt zu antworten. Da hängt es dann stumm und dumm. Ein stummer Diener der digitalen Medien, das, wenn es Pech hat, auch noch alle 30 Sekunden im Nichts verschwindet, um dann plötzlich, gut durchleuchtet wieder aufzutauchen.

Wozu ist ein Plakat eigentlich fähig?

Das Plakat hat eine ungeahnte, oft verkannte Kraft. Es kann eine Idee in die Köpfe der Betrachter pflanzen. Schnell, plötzlich und kraftvoll – direkt in das Herz oder Hirn. Und da arbeitet sie dann, nagt an uns. Weckt plötzlich Begehrlichkeiten, Sehnsüchte oder ein ungestümes Verlangen. Direkt, gnadenlos und erkenntnisreich.

Was ist ein Plakat?

Ein Plakat ist wie eine Kurznachricht auf Papier. Nein, keine analoge SMS. Eher der stille, grelle Blitz, der ein Gewitter ankündigt. Der Bruchteil einer Sekunde genügt, um uns klar zu machen, was kommen wird. Ein Plakat verwendet gelernte Symbole und Bildwelten in neuen Zusammenhängen, um eine Idee, ein Anliegen oder eine Kritik zu vermitteln. Ein Plakat kann wortgewaltig sein, wenn es versteht, das geschriebene Wort, die Sprache, richtig für die eigene Sache zu nutzen. Die eigene Sache? Damit ist logischerweise die Vermittlung einer Nachricht an den Betrachter mittels einer brillanten Idee gemeint.

Woher kommt die Idee, mit einem Plakat etwas mitteilen zu wollen?

Das Plakat erbringt zum ersten Mal im 16. Jahrhundert eine Kommunikationsleistung, um einen Befreiungskampf zu unterstützen. Die Niederländer erfinden es im Kampf gegen die spanische Krone, indem Flugblätter mit Leim an die Mauern „geplakt“ wurden. So entstand der Name „Plakkaat“ in der holländischen Sprache. Später wurde daraus in unserer Sprache „Plakat“.

Dazu noch ein Hinweis in eigener Sache: Die Plakate zur Begrüßung des Gastlandes der Buchmesse müssen, wenn sie „geplakt“ werden, als Grundvoraussetzung einen klar zu erkennenden Absender, also die Buchmesse sowie das Gastland der Buchmesse enthalten. Das geschieht über die Platzierung der vorgegebenen Logos. Sie sollten nicht versteckt werden, denn auch im Befreiungskampf muss Flagge gezeigt werden

Wie lange schaut man hin?

Drei bis fünf Sekunden ist die durchschnittliche Kontaktdauer eines Plakats. Was in diesem kurzen Flirt zwischen Sender und Empfänger nicht verstanden wird, kommt nie an. Keine Botschaft hat die Chance, sich selbst noch zusätzlich zu erklären, das geben das Medium und das knappe Zeitfenster nicht her. Die Botschaft muss verständlich sein, aber nicht zu einfach. Interessant und eindringlich charmant vermitteln, um was es geht. Sie kann auch provokant sein, um verstanden zu werden. Um das zu erreichen, muss die Kernbotschaft definiert werden, die auf einer tragenden Idee, wie auf einer wunderschönen Welle im Sonnenuntergang surfend, uns entgegen kommt.

Wie vermittle ich, was ich zu sagen habe?

Zum Glück bieten uns Sprache und Gestaltungsdisziplinen eine fast unendliche Anzahl an Möglichkeiten für die Umsetzung. Dabei kann man sich sehr gut an der Maxime „Less is better“ von Dieter Rams orientieren. Weniges, aussagekräftig und ausdrucksstark gestaltet, bringt mehr als undefiniertes, sinnlos arrangiertes Geblubber auf der Fläche. „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“, ist nach wie vor zutreffend. Ein Visual sollte in seiner Komplexität absolut schlüssig bleiben oder ganz reduziert im Sinne von „plakativ“ auftreten. Nicht zu verstehende Komplexität oder Banalität führen zum schnellen Ausstieg des Rezipienten. So bleibt dann eine gute Sache auf der Strecke, weil sie nicht als gute Sache verstanden wird.

Komposition

Wir sprechen hier nicht über Kunst, es geht um die zweckgebundene gestalterische Arbeit, nicht um die künstlerische zweckfreie Darstellung. Die dedizierte Aufgabe ist die Vermittlung einer Botschaft, deren Wahrnehmung zu einer Entscheidungsfindung des Rezipienten beitragen soll. Der Auftrag ist also nicht die Darstellung im eigentlichen Sinn, es geht um die Wirkung, die damit zu erzielen ist.

Die Erkenntnisse der Kompositionslehre zu beachten, bedeutet die Wahrnehmung zu fördern.

Wir können damit Spannungsfelder erzeugen, die Aufmerksamkeit bewirken und die Aufnahmebereitschaft fördern. Das ist der erste wichtige Schritt auf dem Weg zum Erfolg.

Darauf folgt die Fokussierung.

Konzentration auf einen Punkt ist die Grundbedingung für gute Kommunikation. Indem ich Linien, Formen, Farben, Typografie in Verbindung mit Größe, Nähe, Ferne gegensätzlich oder im Gleichklang einsetze entsteht ein Ordnungsprinzip mit dem sich Gewichtungen erzeugen lassen. Eine so gesetzte Komposition kann beispielsweise die Reihenfolge der Aufnahme von Informationen steuern. So lassen sich Wahrnehmung und daraus folgende Schlussfolgerungen steuern.

Deutsches Plakat Museum:

http://www.nrw-museum.de unter Ort „Museum“ und „deutsches plakat museum“ auswählen

Theorie:

http://www.uni-kiel.de/psychologie/psychophysik/mausfeld/Wahrnehmung_Theorieperspektiven.pdf

http://de.wikipedia.org/wiki/Kulturelle_Symbolisierung

http://bauhaus-online.de/atlas/personen/johannes-itten

http://www.uni-bielefeld.de/lili/kumu/farbenlehre-kueppers/de/farbentheorie/farbenlehre_in_vergangenheit_und_zukunft.html

http://archive.org/stream/punktun00kand/punktun00kand_djvu.txt

http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/frontdoor/index/index/docId/5758

Michael Eibes (www.eibes.com)
Dipl.- Kommunikations- Designer, geboren in Frankfurt am Main, arbeitet mit Vorliebe an Aufgaben der Business to Business Kommunikation.

Dienstleistungen und Produkte effizient und flexibel auf den Punkt des Verstehens und Mögens zu bringen sieht er als eine Herausforderung. Nach dem Studium in Wiesbaden und „Gehilfenzeit“ bei der Denksportfabrik GGK machte er sich mit seinem eigenen Büro selbstständig und entwickelt seitdem authentische, auf den Kunden, seine Biographie und seine Marktorientierung zugeschnittene Strategien. Eine gründliche Analyse und Medien wie z.B. Print, Film und Internet sind dabei wichtige Werkzeuge die zum Einsatz kommen.